gez. v. Jutta. E. Schröder  

Die rote Blume

© Claudia Duhonj-Gabersek

Zehn Blümchen auf der Wiese
küsste der Morgentau
mit seiner kalten Süße,
ein rotes, neun warn blau.

Die blauen Blumen fragten,
wer denn die rote wär?
Als ob sie zu ihr sagten,
warum kamst Du hierher?

Der Wind hat mich getrieben,
als kleines Samenkorn,
drum bin ich hier geblieben,
die Heimat hab verlorn.

Geh weg, Du fremde Blume,
wir wollen Dich hier nicht,
hast Deine eigene Krume,
Du nimmst uns Luft und Licht.

Wohin soll ich denn gehen,
wenn man mich hier nicht lässt?
Wie soll der Wind mich wehen?
Die Wurzel hält mich fest.